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Grenzmuseum
Neues „Museum für Grenzgänger“ und die SteinzeitwerkstattBegeisterten Lehrkräfte aus Bad Kissingen und Rhön-GrabfeldBad Königshofen (hf). Lehrer den Grund- und Hauptschulen Bad Kissingens, sowie den Hauptschulen aus dem Landkreis Rhön-Grabfeld führte Josef Weigand durch die beiden Museen der Schranne. Anhand der Exponate im Vorgeschichtsmuseum Bad Königshofen erläuterte er fachkompetent die verschiedenen Funde. Neben dieser prägnanten Einführung in die wesentlichen Aspekte der Museumspädagogik hatten die Teilnehmer dann unter der Anleitung von Josef Weigand ausführlich Gelegenheit zum praktischen Arbeiten und zum Erproben handwerklicher Geräte in der Steinzeitwerkstatt.
Diese befindet sich im neu eingerichteten Museumskeller. Neu angeschaffte Schränke ermöglichen es nun, daß ein sauberes Arbeiten möglich ist, danach die verschiedenen Gegenstände wieder verstaut und die Arbeitsfläche abgedeckt werden kann. Damit hat der Raum enorm gewonnen, sagt Museumsleiter und Restaurator Andreas Rottmann. Vorbei ist es, wie in früheren Zeiten, daß die Steinzeitwerkstatt hinter einer Bretterwand verborgen war und der Raum dadurch geteilt war. Nun gibt es eine kleine Bühne, auf der die Schränke aufgestellt werden können. Etwas, daß das Arbeiten enorm erleichtert, stellten auch die 28 Teilnehmer des Lehrerseminars fest.
So waren sie fleißig dabei, die Steinzeittechniken zu üben. Da wurden auf einem Stein Getreidekörner zu Mehl verrieben, mit einem Holzbohrer ein Loch in einen Stein getrieben, aber auch vieles andere mehr, das an die Zeit der Steinzeitmenschen und ihrer Arbeitsweise erinnerte. Schon seit Jahren ist die Steinzeitwerkstatt des Museumspädagogischen Zentrums Bad Königshofen ein besonderer Anziehungspunkt für Schulen und hier sowohl für Lehrer als auch für die Kinder. Im Rahmen der Umbaumaßnahmen im Museum war die Werkstatt kurzfristig ins Obergeschoß der Schranne ausgelagert und hat nun wieder ihren Platz im Museumskeller gefunden. Hier können nun interessierte Schulen sich bei Josef Weigand anmelden, der für Führungen und die praktischen Arbeiten verantwortlich zeichnet.
Die Lehrer erhielten anschließend auch einen Einblick in das neue „Museum für Grenzgänger“, das im ehemaligen Salzhaus der Schranne eingerichtet wurde. Weigand berichtete hier davon, daß der Verein für Heimatgeschichte im Grabfeld, Ideengeber dieser Einrichtung ist, mit Hilfe der Kulturstiftung des Bezirks Unterfranken und der beiden Träger, Landkreis Rhön-Grabfeld und Stadt Bad Königshofen, das Salzhaus zum Museum umgestaltet werden konnte. Hier wird Weigand nun auch Führungen vornehmen, will aber auch ein museumspädagogisches Konzept erarbeiten. Die Lehrkräfte aus Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld ließen sich Informationen über das Grabfeld geben, das weit hinein ins Thüringer Land reicht.
Schon seit Jahrhunderten ist damit Thüringen und Franken eng miteinander verwurzelt. Die Lehrer erfuhren von der gemeinsamen Sprache ebenso wie von den Bräuchen, die sich auch in den 40 Jahren der deutschen Teilung erhalten hatten. Daß es schon immer „Grenzgänger“ gab, das dokumentiert das neue Museum im unteren Bereich, das die Zeit bis 1945 aufarbeitet. Da wird an das „Grabfeldkamel“ erinnert, ein Arbeitsgerät, das besonders im Grenzland gerne genutzt wurde, aber auch an die beruflichen Verbindungen nach Thüringen. Im Obergeschoß des Salzhauses ließen die Besucher dann noch einmal die deutsche Teilung wach werden. Viele erinnerten sich selbst an die Kontrollen an der einstigen Grenze, die Wachtürme und die Passierscheine. Das Museum sei gerade für die neue deutsche Geschichte von großer Bedeutung war man sich einig und versprach, mit Schulklassen wieder zu kommen.
Hanns Friedrich, Vorsitzender des Vereins für Heimatgeschichte im Grabfeld informierte dabei auch darüber, daß der Verein, gemeinsam mit Stadt Bad Königshofen, Landkreis Rhön-Grabfeld und Museumsleiter an FranKonzept in Würzburg ein weiteres Museumskonzept in Auftrag gegeben haben. Hier befassen sich zur Zeit Studenten der Universität Würzburg mit diesem Thema. Sie waren schon in Bad Königshofen und hatten sich Informationen geben lassen. Gedacht ist unter anderem nicht nur an Führungen, sondern auch an Rollenspiele und vor allem an Führungen an den teils noch vorhandenen Grenzanlagen. Friedrich verwies in diesem Zusammenhang an die noch im Original erhaltene Grenzsperranlage zwischen Zimmerau und Rieth. Hier könnten die Kinder und Jugendlichen noch besser erkennen, wie abgeriegelt Deutschland einst war. 
Josef Weigand vom Museumspädagogischen Zentrum Bad Königshofen führte die 28 Teilnehmer eines Seminars mit Lehrern aus Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen unter anderem in die Steinzeitwerkstatt im Keller des Vorgeschichtsmuseums Schranne. Hier konnten sie an verschiedenen Geräten die Arbeit der Steinzeitmenschen nachempfinden. Foto: Friedrich 
Auch im neuen „Museum für Grenzgänger“ waren die Lehrer des Seminars zu Gast und wurden hier an die deutsch-deutsche Teilung erinnert. Im Blickpunkt stand hier besonders das Modell, das die Grenzanlagen zeigt, wie sie bis 1989 in aller Perfektion aufgebaut waren. Wachtürme, Signaldrähte, Hundelaufanlage, Scheinwerfer, Kfz-Sperrgrabend und die mehr als drei Meter hohen Metallgitterzäune verhinderten ein Durchkommen. Foto: Friedrich |
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Französische Schülerinnen und Schüler ließen sich über die einstige deutsch-deutsche Grenze vor Ort informierenBad Königshofen (hf). Wissen, wie das war, als Deutschland geteilt war, das wollten Schülerinnen und Schüler aus Frankreich, die zur Zeit am Gymnasium in Bad Königshofen zu Gast sind. Seit 18 Jahren besteht eine Partnerschaft mit den Schulen in Montcornet und Laon. Neben den 47 französischen Schülerinnen und Schülern, die mit ihren Lehrern für eine Woche in Bad Königshofen waren, war auch der ehemalige Schulleiter Bernard Valleé mit seiner Frau Yvette nach Bad Königshofen gekommen. Mit dabei waren auch die seit vielen Jahren mitreisenden Lehrkräfte Catherine Fricoteaux und Gérard Métayer, sowie Jean Leclére. Für den zuständigen Französischlehrer am Bad Königshofener Gymnasium, Wendelin Seufert, war schnell klar, daß man hier das neue Museum für Grenzgänger besuchen sollte.
Als Museumsleiter Andreas Rottmann und Hanns Friedrich, Vorsitzender des Vereins für Heimatgeschichte im Grabfeld, auf im Original erhaltene Grenzanlagen bei Rieth aufmerksam machten, war schnell klar, daß man sowohl Museum als auch die Anlagen aus vergangenen Tagen besichtigen werde. Museumsleiter Andreas Rottmann hießt die Gäste zunächst im Archäologischen Museum ganz herzlich willkommen und erwähnte kurz die Ausstellung in der „Schranne“, die die Vor- und Frühgeschichte zum Inhalt hat. Neu sei nun das „Museum für Grenzgänger“, womit man ein Brücke zwischen der Vorzeit und der Neuzeit geschaffen habe. Das sei vor allem durch wichtige Daten gelungen, die man, quasi als Übergang, im Hof des Museums an einer Wand findet. Hier zeigt sich die jahrhundertealte Besiedelung des Grabfeldes und auch die schon immer vorhandene enge Verbindung zum Nachbarland Thüringen.
Im neugestalteten Museumskeller bekamen Jugendliche und Lehrer zunächst anhand eines Kurzvortrages von Hanns Friedrich Informationen über die Teilung Deutschlands, die Grenzziehung nach 1945, die ersten Grenzanlagen bis hin zu perfektionierten Grenze 1989. Anhand von Bildern bekamen die franzöischen Schülerinnen und Schüler Einblicke in die einst hüfthohen Stacheldrahtzäune, die dann nach und nach einem Maschendrahtzaun und schließlich dem Metallgitterzaun wichen. Friedrich berichtete von Minentoten, von Flüchtlingen, von Selbstschussanlagen und von den Dörfern im Sperrgebiet. Vielen unverständlich waren diese tödlichen Absicherungsmaßnahmen aber auch, daß Grenzsoldaten keinen Kontakt mit Westdeutschen aufnehmen durften.
Museumsleiter Andreas Rottmann führt dann die Gruppe ins Museum für Grenzgänger und erläuterte im Untergeschoß zunächst die über jahrhunderte gewachsenen Verbindungen vor allem im Bereich der Sprache und der Bräuche. Als sich die Grenze 1989 öffnete, da bemerkte man, daß „die drüben“ ja genau so sprechen, wie „wir im Westen.“ Schnell wurde klar, daß sich auch viele Bräuche erhalten haben, daß in Grenzdörfern sogar noch Bier wie einst im Grabfeld in Gemeindebrauhäusern gebraut wurde. Rottmann berichtete von der „grünen Grenze“ und davon, daß schon in früheren Zeiten die Bewohner des Grabfeldes sowohl in Franken als in Thüringen auch wirtschaftlich eng zusammen waren.
Die Grabfelder legten ihr Geld unter anderem in einer Bank in Römhild an, viele arbeiteten auch in Thüringen. Dies galt auch für die Landwirtschaft, wo es ebenfalls ein Miteinander gab. Besonders deutlich wird die Verbindung bei den Trachten, die denen in Franken sehr ähnlich sind. Rottmann informierte über das katholische Wolfmannshausen, mitten im evangelischen Thüringen, wohin die Diözese Würzburg Pfarrer entsandte. Einer der letzten, der in der DDR-Zeit dort die Pfarrstelle inne hatte war Pfarrer Alfred Rind. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren mehr vom „Grabfeldkamel“ aber auch von den früheren Grenzen und davon, daß das Grabfeld eine jahrtausendealte Landschaft in Thüringen und Franken ist.
Im Obergeschoß des Museums für Grenzgänger ging es dann konkret um die deutsch-deutsche Teilung nach 1945. Anhand eines entsprechenden Modells konnte die Grenzsituation die franzöischen Gästen nahe gebracht werden. Hier gab es dann schon die eine oder andere Frage, wenn es um Stolperdrähte, um Hundelaufanlagen und um den Schießbefehl ging. Mit teils großen Augen hörte man zu, sah die Holzkasten- und Plastikminen als Exponate, erfuhr vom Geldumtausch, von den Einreiseschwierigkeiten und konnte anhand eines Spiegels auch in die Rolle eines DDR-Grenzsoldaten schlüpfen, der mit einem Spiegel den Unterboden eines Autos begutachtete.
Die Wallfahrt von Bad Königshofen nach Vierzehnheiligen war ein Thema, das sich die Jugendliche erklären ließen, dann aber auch die vielen Bilddokumente betrachteten, die an die Teilung Deutschlands erinnerten, aber auch an die Feiern bei der Wiedervereinigung. Einen Grenzpfahl aus DDR-Zeiten mit Emblem konnte man ebenso bestaunen wie den einfachen weiß-blauen, bayerischen Grenzpfosten, der auf westlicher Seite die Grenze nach Bayern markierte. Die Partnerschaft von Bad Königshofen und Römhild wurde ebenso angesprochen, wie man anhand eines Großfotos einen Blick auf das fränkische und thüringische Grabfeld werfen konnte.
Für viele war es offensichtlich unverständlich, wie man ein Land mit solchen unmenschlichen Maßnahmen teilen konnte. An der Grenzanlage bei Rieth konnten die Schülerinnen und Schüler dann selbst einmal sehen, daß es gar nicht so einfach war, den mehr als drei Meter hohen Grenzzaun zu überwinden. Sie erfuhren, daß nur wenigen die Flucht gelang, ein Untergraben nicht möglich war. Von der Gefährlichkeit der Minen wurde den Schülerinnen und Schülern ebenso berichtet, wie davon, daß es heute noch gefährlich ist, im Bereich der Grenze vom Plattenweg abzuweichen. Eindrücke, die die franzöischen Gäste schon beeindruckten, wie sich schnell zeigte. Vom Bayernturm aus warfen sie dann mit ihren Lehrkräften noch einmal einen Blick auf das fränkische und thüringische Grabfeld. Die Natur hat die Einschnitte, die die Grenzanlagen einst mit sich brachten mittlerweile wieder durch Bäume und Büsche verdeckt. Nur noch ganz selten, das konnte man vom Turm aus erkennen, waren Schneisen zu sehen, wo früher Zaun und Fahrweg entlang führten. 
Vor Ort an der im Original erhaltenen Grenzanlage bei Rieth in Thüringen, nahe dem fränkischen Zimmerau, gab es Informationen, die die Teilung Deutschlands den Schülerinnen und Schüler drastisch vor Augen führte. Hier konnten sie den mehr als drei Meter hohen Metallgitterzaun ebenso sehen, wie den Kfz-Sperrgraben oder ein ehemaliges Grenztor. Foto: Friedrich 
Im Museum für Grenzgänger in Bad Königshofen gab Museumsleiter Andreas Rottmann Informationen über die Entstehung der Einrichtung, aber auch den Hintergrund und die Besonderheiten. Foto: Friedrich |
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Deutschlandfahne und Barbarossa |
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Junge mit DeutschlandfahneDer ehemalige Grenzübergang „Schanz“ zwischen Eußenhausen und Henneberg steht am 29 . Juni im Mittelpunkt einer Großveranstaltung der Landkreise Rhön-Grabfeld und Schmalkalden Meiningen. An diesem Tag treffen dort am Vormittag acht Fußballmannschaften der Grundschulen beider Landkreise aufeinander. Die jeweils 1. und 2. und die 3. und 4. Klassen treten gegeneinander an. Treffpunkt ist der Sportplatz in Eußenhausen. Am späten Nachmittag findet die Übergabe einer neuen Skulptur am Skulpturenpark „Deutsche Einheit“, direkt am ehemaligen Grenzübergang, statt. Der Berliner Aktionskünstler Jimmy Fell wird den „Jungen mit der Deutschlandfahne“ vorstellen, der in der in der einen Hand die Deutschlandfahne, in der anderen ein Blatt Papier mit dem Text der Nationalhymne, hält. Hinter der drei Meter hohen Skulptur soll es ein „Meer“ von Fahnen verschiedener Nationen geben, die Gymnasiasten aus beiden Landkreisen in den kommenden Monaten fertigen. Die Skulptur soll die Einheit beider ehemals getrennter deutscher Landstriche kennzeichnen. Am Abend wird es ein Konzert mit „Rhöner Bluat“ geben. Der Erlös der Veranstaltung geht an den Deutschen Fußballbund und dessen Aktion „Kampf gegen Gewalt.“ Das wurde am Donnerstagabend bei einer Zusammenkunft im Landratsamt Meiningen beschlossen. Vorgesehen ist es für dies Großveranstaltung die Bundessstraße 19 zu sperren. Eine entsprechende Zeichnung legte der Berliner Künstler bereits vor. Foto: Friedrich
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Rollenspiel im Grenzmuseum |
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Einstige DDR-Grenzschikanen nun als Rollenspiel im MuseumBesonders Schulen mit dem neuen Konzept jetzt ansprechenBad Königshofen (hf). Seit fast einem Jahr gibt es das „Museum für Grenzgänger“ im Salzhaus des Museums Schranne in Bad Königshofen. Damit es dort nicht allein dabei bleibt, daß die ausgestellten Exponate besichtigt werden können, sondern auch an das Leben mit und in der ehemaligen DDR erinnert wird, haben sich Studenten der Uni Würzburg im Bereich „Volkskunde“ unter dem Thema „Begrenzter Alltag“ in den vergangenen Monaten damit befaßt und ein Konzept erstellt, das nun vor allem Schulen in Franken, Hessen und Thüringen zur Verfügung stehen soll.
Erinnerungen wurden wach, als die Studenten zum ersten Mal das Rollenspiel vorstellten. Sie hatten im Museumskeller der Schranne dazu eine Grenze gezogen, sich anhand im Museum vorhandener Kleidungsstücke in ehemalige DDR-Grenzposten verwandelt. Und spielten einmal die Schikanen an der innerdeutschen Grenze ebenso nach wie die zeitaufwendigen Genehmigungen für eine Einreise in den Osten nachgestellt wurden. Auftraggeber dieses Konzeptes in der Verein für Heimatgeschichte im Grabfeld, Initiatore des Museums für Grenzgänger, das unter der finanziellen Beteiligung der Kulturstiftung des Bezirks Unterfranken, des Landkreises Rhön-Grabfeld der Stadt Bad Königshofen und des Vereins für Heimatgeschichte entstanden ist.
„Halt hier Territorium der DDR. Die Papiere bitte!“ So klang es einst und so spielten es auch die Studenten im Museumskeller nach. „Besuch in der DDR“ ist das Rollenspiel übrigens übertitelt. Darstellen sollen die Schülerinnen und Schüler, wie schwierig es einst war, die Verwandten in der DDR zu besuchen, sagt Dagmar Stonus, die gemeinsam mit Jochen Raming das Konzept entwickelt hat. In der Vorbereitungszeit gab es zunächst Gespräche mit Zeitzeugen, so daß die Studierenden, die diese jüngste Deutsche Geschichte nicht selbst miterlebt hatten, einen Einblick erhielten, wie das damals so war.
Diese Vorgespräche im Museum für Grenzgänger waren ganz wichtig, sagten die Studenten, denn nur so konnten sie sich ein Bild von der damaligen Zeit machen. „Uns war ja gar nicht bewusst, wie so etwas abläuft, wie das an der Grenze war und, daß man da nicht einfach seinen Ausweis vorzeigte und schon im Osten war. Diese Schwierigkeiten wurden denn auch hervorragend im Spiel dargestellt. Da geht es um den Großvater, der sich freut, wieder einmal seine Enkel zu sehen, aber dazu erst die notwendigen Genehmigungen auf DDR-Seite einholen mußte. Auch auf westdeutscher Seite waren viele Vorgaben zu erfüllen und vor allem die Einreisepapiere in die DDR korrekt zu bearbeiten.
Im Spiel der Studenten da stellte Bürgermeister Clemens Behr einen Beamten in der DDR dar, der über die Einreise entscheiden mußte und der auch die entsprechenden Angaben forderte. Jürgen Wangorsch vom Landratsamt in Bad Neustadt, der spielte den Opa, der sich freute seine Enkel und die Tochter wieder mal zu sehen. Natürlich mußte auch er sich den Gegebenheiten in der einstigen DDR fügen und erst Papiere ausfüllen und Anträge stellen. Die „Behörde in Westdeutschland“ erinnerte an die Einreisebestimmungen, daran, daß man nichts mitnehmen durfte, was verboten war und auch welche Geschenke mitgebracht werden durften. „Weil die Kollegen im sozialistischen Osten ein genaues Auge darauf werfen, was sie mitnehmen und auch wie lange sie bleiben,“ erläuterte der Beamte der einreisenden Familie.
Ja und oft kommen da schon die ersten Hänger bei den „Beamten in Anführungszeichen“, als es nämlich darum ging, wie viel Geld denn getauscht werden muß oder wie das ist mit dem Übernachten in der DDR. Susen Gampert war eine der „Grenzbeamten“, ist 1984 geboren, hat von der DDR-Geschichte damit wenig mitbekommen. Sie selbst kommt aus Suhl in Thüringen und fand das Seminar sehr spannend. Für sie war es etwas, daß sie angeht. Für Leute, die jetzt 14 Jahre sind, sei das eine gute Möglichkeit, sich mit der neusten deutschen Geschichte zu befassen. Auch sie selbst hatte so ihre Probleme, da sie ja kaum etwas von damals mitbekam. Ein anderer Teilnehmer erinnert sich noch daran, daß es kaum möglich war über die Grenze zu kommen. Gerade deshalb sei es wichtig der Jugend deutlich zu machen, daß diese demokratische Lebensform von heute, eigentlich gar nicht so selbstverständlich ist.
Zu einer Besichtigung des Museums für Grenzgänger in Bad Königshofen wird auch künftig eine Fahrt zu den im original erhaltenen DDR-Grenzanlagen bei Rieth in Thüringen gehören. Auch die Studenten sahen dies zum ersten Mal und ließen sich von Kreisheimat- und archivpfleger Reinhold Albert darüber genaueres sagen. 3,20 Meter hoch sei der Zaun gewesen, unüberwindbar, dazu die Minenfelder, die Stolperdrähte, der Kfz-Sperrgraben und vieles mehr. Einfach mal unten durch graben, auch das ging nicht. Einige der Studenten, die fanden in ihrem Gedächtnis noch die Erinnerung daran, daß man von dem Zaun wusste und gesagt bekam, daß man da nicht rüber kann in das andere Deutschland. Das sei zwar unverständlich gewesen, aber man habe es so hingenommen.
Anhand von Bilddokumenten erhalten die Schüler Frankens künftig auch Einblicke in den Aufbau der Grenzanlagen von einfachen Zäunen, über Minengürtel und Selbstschussanlagen bis hin zur letzten perfektionierten Grenze. Da geht es um Fotos der einstigen „grünen Grenze“, als es noch einen hüfthohen Stacheldrahtzaun gab, Wege, die nur mit einigen Balken abgesperrt waren und dann spätere Fotos mit Grenzsoldaten, die am Zaun kontrollieren. Das neue Konzept gibt einen hervorragenden Einblick in das Leben hinter dem Grenzzaun, zeigt aber auch auf, wie schwierig es von westdeutscher Seite aus war, in die DDR einzureisen. Reinhold Albert sprach die Flüchtlinge an, viele seien nicht hinüber gekommen, einige sogar im Minenfeld verblutet. Erneut erinnert Albert aber auch die Gemeinsamkeiten, die sich nach der Öffnung des Zaunes herauskristallisierten. Bräuche hatten sich erhalten und auch die unterfränkische Mundart. Den nachkommenden Generationen die Teilung Deutschlands nachvollziehbar machen, das will das Museum für Grenzgänger und dazu haben die Studenten aus Würzburg einiges beigetragen. 
Im Museumskeller in der Schranne in Bad Königshofen können künftig Schülerinnen und Schüler nicht nur anhand von Fotos mehr über die einstige DDR erfahren, sondern die Probleme einer Einreise auch im Spiel nachstellen. Foto: Friedrich 
Zu einer Führung gehört nicht nur der Gang durch das Museum für Grenzgänger, sondern vor allem die Fahrt zu den im original erhaltenen Grenzanlagen zwischen Zimmerau und Rieth. Hier war es Kreisheimatpfleger Reinhold Albert, der den Studenten aus Würzburg die entsprechenden Informationen gab. Foto: Friedrich 
Jürgen Wangorsch vom Landratsamt Rhön-Grabfeld, zuständig für die Wirtschaftsförderung wurde in das Rollenspiel kurzerhand mit eingebunden. Er spielte den Opa im Osten, der sich über den Besuch seiner Tochter und Engelkind riesig freute. Foto: Friedrich |
Europatagabgeordneter im Museum für Grenzgänger
Ein Stück deutsche Geschichte habe das Museum für Grenzgänger in Bad Königshofen erhalten, sagte Michael Cramer, Mitglied des Europäischen Parlaments von Bündnis 90/Die Grünen (rechts im Bild) bei seinem Besuch am Freitagnachmittag in Bad Königshofen. Dort war er zusammen mit Stephanie Steuckardt (links) und Udo Oschmann (mitte), beide Kreisvorsitzende des Bündnis 90/Die Grünen im Landkreis Rhön-Grabfeld zu Gast. Im Museum für Grenzgänger ließen sich die Gäste den Film „Als Zaun und Minen Menschen trennten“ von Alfred Grein und Hanns Friedrich zeigen. „Ein beeindruckendes Dokument, wie der Europaabgeordnete danach sagte. Er verwies darauf, wie wichtig es sei, diesen Teil der Deutschen Geschichte zu erhalten. Dank sagte er dem Verein für Heimatgeschichte im Grabfeld, der sich seit Jahren dafür einsetzt und unter anderem Initiator des Museums für Grenzgänger ist. Vorsitzender Hanns Friedrich berichtete von dem Versuch, die Schulen mehr für das Museum zu interessieren. Deshalb habe man ein Rollenspiel entwickelt. Allerdings sei bislang kaum Resonanz zu verzeichnen. Beeindruckt zeigte sich Cramer schließlich auch beim Rundgang durch das Museum für Grenzgänger. Besonders interessierte ihn hier das Modell, das die Grenzanlagen Ende der 80er Jahre in ihrer ganzen Perfektion zeigt. Es sei wichtig zu wissen, daß es so ein Modell gibt und wo es zu finden ist. Auch die beiden Kreisvorsitzenden waren einer Meinung, daß es notwendig sei, diese Einrichtung in Bad Königshofen bekannter zu machen. Gerade auch die Schulen müssten dieses Museum in den Lehrplan aufnehmen und die neueste deutsche Geschichte von den Menschen erfahren, die sie erlebt haben. „Das sind wir, das ist unsere Generation, betonte Udo Oschmann. Der Abgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen, Michael Cramer, kam in diesem Zusammenhang auf sein Buch „Deutsch-Deutscher Radweg“ - die ehemalige DDR-Grenze von der Ostsee bis zur tschechischen Grenze - zu sprechen. Hier könne man Geschichte im wahrsten Sinn des Wortes „erfahren“. Bei der nächsten Auflage, die in zwei Jahren herauskomme, werde auch das „Museum für Grenzgänger“ Bad Königshofen mit aufgeführt, versprach Cramer. Radler, die entlang der einstigen Grenze fahren müssten dieses unterfränkische Museum auf jeden Fall besuchen. Er selbst hat sich spontan bereit erklärt im kommenden Jahr zu einem Vortrag nach Bad Königshofen zu kommen, um hier den „Iron Curtain Trail vorzustellen. Foto: Friedrich |
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