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Geschichte
Caspar Schott PDF Drucken E-Mail

Mathematiker Caspar Schott in Bad Königshofen nicht ganz unbekannt

Ausstellung an der Uni Würzburg erinnert an den großen Sohn der Stadt

Bad Königshofen (hf). Als am gestrigen Mittwoch in der Universitätsbibliothek am Hubland in Würzburg eine Ausstellung über den Mathematiker Caspar Schott eröffnet wurde, dann betraf das auch die Stadt Bad Königshofen. Hier ist Schott nämlich am 5. Februar 1608 geboren und die Stadt hat ihm eine eigene Straße – die Schottstraße gewidmet. Noch in diesem Jahr soll die Ausstellung auch nach Bad Königshofen kommen. Dafür hat sich der Verein für Heimatgeschichte im Grabfeld bereits stark gemacht. Hier ist der „große Sohn der Stadt,“ heute allerdings nur noch wenigen Bürgern bekannt. Viele wissen von ihm nur, daß er ein großer Mathematiker wurde und einen Teil seiner Bände seiner Heimatstadt gewidmet haben soll.

Bürgermeister Clemens Behr verweist auf die Schottstraße und darauf, daß es ein „großer Sohn“ der Stadt ist, den man entsprechend gewürdigt habe. Michael Katzenberger hat in den städtischen Archiven geforscht und herausgefunden, daß Caspar Schott seine Heimatstadt nicht vergessen hat, obwohl er „weit in der Welt herumgekommen war.“ Andere Bürger der Stadt wissen zwar, daß hinter der Bezeichnung Schottstraße ein großer Name steckt, viele können mit Caspar Schott allerdings wenig anfangen. „Ein großer Mathematiker war er und er ist in Königshofen geboren,“ erfährt man. Was aber hat es nun mit diesem Wissenschaftler auf sich, dem die Würzburger Universität nun eine Ausstellung widmet. Bekannt ist, daß er schon in frühester Jugend experimentierte. Bekannt ist aus seinen Kindheitserinnerungen die die Explosion einer Ansaugpumpe in Paderborn im Jahre 1620.

1627 tritt der 19jährige in den Jesuitenorden ein und wird zum Studium nach Würzburg gesandt. Dort widmet er sich der Philosophie und lernt einen seiner Professoren, den Jesuitenpater Athanasius Kircher, näher kennen. Während seines Studiums und Lehre in Palermo1631 bricht der 30jährige Krieg über Würzburg herein, Schott flieht - wie viele andere auch - vor den protestantischen schwedischen Truppen. Und zwar zunächst nach Belgien, wo er seine Studien fortsetzt. 1634 wechselt er nach Sizilien. Dort beendet er sein Studium der Philosophie, Theologie und Mathematik. In Sizilien verbringt Schott die nächsten zwei Jahrzehnte und lehrt meist Philosophie, Moraltheologie und Mathematik in Palermo.

1652 wird Schott von seinem Orden nach Rom gesandt und dort trifft er seinen Würzburger Lehrmeister Kirchner wieder und unterstützt dessen Forschungen am Römischen Kolleg. In dieser Zeit entscheidet sich Schott, Forschungsergebnisse Kirchers zu veröffentlichen und beginnt mit der Zusammenstellung des Materials. Der damalige Jesuitengeneral schickt ihn 1655 aber wieder nach Deutschland. Schott wird Professor für Mathematik am Würzburger Gymnasium. 1657 veröffentlicht Schott sein erstes Werk, die Mechanica Hydraulico-Pneumatica. Es handelt sich um einen kurzen Führer zu hydraulischen und pneumatischen Instrumenten. Hier beschreibt Schott den berühmten Versuch Otto von Guerickes. Dieser hatte 1654 auf dem Reichstag von Regensburg Experimente mit luftleeren Gefäßen vorgeführt und damit Kaiser, Fürsten und Ritter zum Staunen gebracht. Der Fürstbischof zu Würzburg und Mainz, Johannn Philipp von Schönborn, hatte Guerickes Gerätschaften gekauft, um sie den Gelehrten seiner Residenzstadt zukommen zu lassen.

In seinen letzten Lebensjahren ist Caspar Schott hauptsächlich damit beschäftigt, die Masse angesammelten Materials zu veröffentlichen. Zwischen 1658 und 1666 verfaßt er elf Werke. Als umfassendstes gilt der Cursus Mathematicus von 1661, in dem er auf etwa 650 Seiten das gesamte mathematische Wissen seiner Zeit gründlich darstellt. In der Widmung dieser Enzyklopädie an Kaiser Leopold I. erwähnt Schott die berühmtesten Mathematiker und Astronomen seiner Zeit und setzt dabei Johannes Kepler an die erste Stelle. Diese Tatsache und die ausführliche Darstellung des kopernikanischen Weltsystems läßt auf eine große Sympathie Schotts für Kepler und dessen System schließen. Allerdings stellt er - wie bei allen Jesuiten üblich - fest, daß diese Lehre von der Kirche verurteilt wird, da sie der Heiligen Schrift widerspreche. Schotts Zeitgenossen schätzen seine Bücher sehr. Caspar Schott wird nur 58 Jahre alt und stirbt am 22. Mai 1666 in Würzburg.


Schotts Interessen gingen aber weit über die Mathematik und Physik hinaus. Er berichtet über Unterseeboote, Hebebühnen und Perpetuum Mobile. Schott war nach alten Unterlagen wohl der erste, der Experimente an lebenden Tieren an der Universität Würzburg durchführte. So soll er ein Tier durch Injektion von spanischem Wein berauscht haben Augenfällig ist auch Schotts Vorliebe für die Esoterik. So erscheint im Cursus Mathematicus die Astrologie als eine von 26 mathematischen Disziplinen. Er berichtet immer wieder über Wunderwesen, Monster und Dämonen. All das und einiges mehr bietet die Ausstellung in Würzburg. Sie steht unter dem Thema „wunderbar berechenbar – Die Welt des Würzburger Mathematikers Caspar Schott 1608-1666 und ist bis 30. März zu sehen.

In Bad Königshofen erinnert heute die Straßenbezeichnung „Schottstraße“ an den berühmten Mathematiker und Jesuitenpater Caspar Schott. In der Universität Würzburg wurde gestern eine Ausstellung über „Caspar Schott“ eröffnet, die noch in diesem Jahr nach Bad Königshofen kommen soll. Foto: Friedrich

 


 
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